Dekomposed - Reputationsdekomposition in Dienstkompositen

01.01.2013 -

Abgeschlossen
TU Darmstadt & Software AG

Name des TeilnehmersFlorian Volk

Beschreibung des IT-Forschungsprojektes: Immer mehr IT?Dienstleistungen werden ins das Internet verlagert. Diese Dienste (Services) folgen dem Paradigma der service?orientierten Architekturen, welches im Prinzip lediglich aussagt, dass Dienste wiederum automatisiert von anderen Diensten konsumiert werden. Ein solcher Konsum erfordert aufgrund technischer Standards und wohldefinierter Schnittstellen keine menschliche Interaktion. Dadurch wird ein neues Geschäftsfeld eröffnet: Neue Dienste werden aus vorhandenen Diensten zusammengesetzt und als eine Einheit angeboten, obwohl die tatsächliche Leistungserbringung durch die verbundenen Einzeldienste geleistet wird: Der Kompositanbieter (Orchestrator) verbindet einzelne Komponentendienste (Component Services) zu einem Dienstkomposit (Composite Service).

Dabei ist es wichtig zu bemerken, dass die Komponentendienste aus unterschiedlichen organisatorischen und administrativen Domänen stammen können, also vom Kompositanbieter unabhängig sind. Genauso können einzelne Komponentendienste in mehreren voneinander unabhängigen Dienstkompositen genutzt werden.

Während im heutigen Internet derartige Kompositionen bereits vorkommen und technologisch durch Standard aus dem Bereich der Web Services gestützt werden, wird für das zukünftige Internet ein massiver Zuwachs dieser Art des Anbietens von Diensten erwartet (Internet of Services). Während die Komposition heute noch sehr statisch ist, ist zu erwarten, dass zukünftig viel dynamischere Dienstkomposite betrieben werden. Die technischen Grundlagen hierfür stehen bereits zur Verfügung.

Eine viel weiter in die Zukunft sehende Prognose ist die Zusammenarbeit von cyberphysikalischen Entitäten im Internet der Dinge. Dort sind vergleichbare Kompositionen von „intelligenten Dingen“ mit vergleichbaren Problem? und Fragestellungen schon heute vorstellbar. Sowohl für Nutzer als auch für Anbieter von Diensten ist es wichtig, die Qualität der zu erbringenden Leistung im Vorhinein abschätzen zu können. Dies betrifft neben der Erwartung einer zufriedenstellenden Leistung und der Abschätzung des Preis? /Leistungsverhältnisses eines Dienstes auch die Dienstselektion, wenn mehrere funktional gleiche Dienste zur Auswahl stehen. Da zu erbringende Qualität nicht im Voraus bekannt sein kann, bleibt nur die Abschätzung dieser. Als eine Lösung für dieses Problem stehen reputationsbasierte Vertrauensmodelle zur Verfügung. Auf Basis von Reputation, früheren Erfahrungen, Empfehlungen und weiteren Indikatoren für Vertrauenswürdigkeit wird ein Vertrauenswert berechnet. Dieser Vertrauenswert wird als approximative Messgröße für zu erwartende Dienstqualität genutzt: Je höher der Vertrauenswert, desto höher die erwartete Qualität bei der Nutzung eines Dienstes.

Dienstanbieter, insbesondere Kompositanbieter, können derartige reputations? und vertrauensbasierte Qualitätsabschätzungen nicht nur zur Verbesserung ihrer Leistungen, sondern auch zur Preisgestaltung nutzen. Untersuchungen zeigen, dass der Preis, der für die Nutzung eines Dienstes angesetzt werden kann, in direktem Zusammenhang mit der Dienstqualität steht.

Ziel des Vorhabens "Dekomposed" war die Untersuchung und formale Modellierung, wie Dienstkomposit?Bewertungen dekomponiert werden können, sowie die Untersuchung, wie sich daraus ergebender Implikationen für das Verhalten von Anbietern von Komponentendiensten und Anbietern von Dienstkompositen gewonnen werden können.

Software Campus-Partner: TU DarmstadtSoftware AG

Umsetzungszeitraum: 01.01.2013 - 31.12.2014