SiMILaR - Verbesserung von Software-Usability durch das Mining interorganisationaler Referenzprozesse bei der Nutzung betrieblicher Anwendungssoftware

01.04.2013 -

Abgeschlossen
DFKI & Software AG

Name des Teilnehmers: Tom Thaler

Beschreibung des IT-Forschungsprojekts: Die Gebrauchstauglichkeit (betrieblicher) Anwendungssoftware spielt heute bei der Auswahl entsprechender Produkte eine signifikante Rolle und stellt ein wichtiges Differenzierungsmerkmal dar, welches in erheblicher Weise die Wettbewerbsfähigkeit von Softwareprodukten bestimmt. In diesem Kontext wird Gebrauchstauglichkeit definiert als das Ausmaß, in welchem ein Softwareprodukt von einem Benutzer zur effektiven, effizienten und zufriedenstellenden Erreichung seiner Ziele in einem gegebenen Kontext genutzt werden kann.

Das Ziel des Vorhabens besteht deshalb in der Entwicklung eines Ansatzes zur gezielten Verbesserung von Software-Usability ausgehend von den Nutzungsszenarien im realen Tagesgeschäft der Kunden und abseits von Laborbedingungen. Jedes Softwareprodukt ist für die Bearbeitung bestimmter Aufgaben und die Erreichung korrespondierender Ziele konzipiert. Trotzdem oder gerade deshalb muss zunächst geklärt werden, welche Aufgabenstellungen die tatsächlichen Benutzer mit der Anwendung eines Softwareproduktes bearbeiten und wie sie die damit zusammenhängenden Ziele erreichen. Process Mining bietet passende Techniken, um die Vorgehensweisen, Aufgaben und Ziele der Endanwender prozessorientiert zu identifizieren und menschenlesbar darzustellen. Darüber hinaus können Stellen und Kriterien abgeleitet werden, die den weiteren Verlauf des Prozesses beeinflussen.

Im Gegensatz zu bisherigen Projektvorhaben, welche meist ein Gesamtkonzept zur Messung von Software-Usability adressieren, liegt der Fokus des hier geplanten Vorhabens auf der automatisierten Verarbeitung der Messergebnisse im Allgemeinen und der Mining-Ergebnisse im Speziellen. Ein zu entwickelndes Software-Werkzeug (Prototyp) soll Aufschluss über die Abweichung bzw. die Ähnlichkeit der realen Nutzungsszenarien und Vorgehensweisen der Endanwender zu den Referenzprozessen der Softwareanwendung geben. Darüber hinaus werden interorganisationale Aspekte, wie die Kompatibilität von Prozessschnittstellen bei organisationsübergreifenden Geschäftsprozessen, in besonderem Maße in den Vordergrund gestellt. Demnach werden im hier geplanten Vorhaben insbesondere organisationsübergreifende Aspekte berücksichtigt. Auf diese Weise sollen die praktischen Vorgehensweisen in verschiedenen konkurrierenden oder kooperierenden Unternehmen dediziert betrachtet werden können. Es entstehen auf induktive Weise unternehmens- und branchenspezifische Referenzprozesse zur Nutzung einer Software, welche in der Softwareentwicklung und im Hinblick auf Usability-Aspekte gezielt adressiert werden können. Dadurch kann sowohl die initiale Akzeptanz einer Software gesteigert, als auch deren Einführungs- und Customizing-Phase deutlich verkürzt werden.

Software Campus-Partner: DFKI, Software AG

Umsetzungszeitraum: 01.04.2013 - 31.03.2015