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BMBF verdreifacht die Forschungsförderung für IT-Sicherheit an der Uni des Saarlandes

27.10.2015 -

CISPA erhält in den nächsten vier Jahren rund 16 Mio Euro

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird das Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit CISPA (Center for IT-Security, Privacy and Accountability) an der Universität des Saarlandes in den nächsten vier Jahren mit rund 16 Millionen Euro fördern. Damit kann das CISPA seine Forschungsaktivitäten weiter ausbauen. An dem im Jahr 2011 gegründeten Zentrum forschen mehr als 200 Wissenschaftler an Themen rund um die IT-Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre, beispielsweise neue Verschlüsselungsverfahren für das Bezahlen oder für das Verschicken von Nachrichten im Internet. Über die aktuellen Forschungsschwerpunkte informierte sich Bundesministerin Johanna Wanka gemeinsam mit der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem Besuch am Campus Saarbrücken.

"Wir müssen uns und unsere Daten besser schützen können. Um sicher und selbstbestimmt das Internet und die digitale Welt nutzen zu können, brauchen wir neue Instrumente, die für die Menschen leicht zu bedienen sind. Saarbrücken spielt dabei eine wichtige Rolle und ist in den vergangenen Jahren zu einem der größten und leistungsstärksten Standorte für IT-Sicherheitsforschung in Europa geworden. Diese Entwicklung ist beeindruckend und daher verdreifachen wir auch unsere Unterstützung", sagt Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. CISPA ist eines von drei Kompetenzzentren zur IT-Sicherheitsforschung, das vom BMBF seit 2011 mit insgesamt rund 5,4 Millionen Euro gefördert wurde.

Michael Backes, Professor für Informationssicherheit und Kryptografie an der Saar-Uni und Direktor des CISPA, unterstreicht, dass durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung unseres Lebens auch die Möglichkeiten und Konsequenzen von Angriffen exponentiell wachsen. "Die IT-Sicherheitsforschung darf nicht darauf reduziert werden, dass sie sich ein Katz- und Mausspiel mit den Angreifern liefert." Es reiche nicht aus, nur die Symptome in den Blick zu nehmen und einen Hackerangriff nach dem anderen abzuwehren. "Wir müssen neue Wege gehen, um einen digitalen Schutz in einer immer stärker vernetzten Welt zu ermöglichen. Es gilt, neuartige Systeme und Infrastrukturen zu erforschen, die verlässliche Sicherheitsgarantien bereits in ihrem Design verankern", so Backes. Auch in der Datenverarbeitung müsse man neue Pfade beschreiten, damit die Bürger in einem ersten Schritt verstehen könnten, welche Konsequenzen die Preisgabe ihrer Daten habe, um ihnen dann als weiteren Schritt möglichst wieder die Hoheit über ihre eigenen Daten zu geben. "Beides ist nur mit langfristig orientierter Grundlagenforschung zu realisieren", sagt Backes.

Am CISPA promovieren einige der Teilnehmer des Software Campus, wie bspw. Fabian Bendun. Das CISPA legt die Forschungsschwerpunkte auf "Verlässliche, sichere Computersysteme", "Freie, verantwortliche Interaktion unter Wahrung der Privatsphäre" und den "Schutz persönlicher Daten in der digitalen Welt". Gearbeitet wird beispielsweise an Apps, die Nutzer besser über die Bedeutung von Rechtefreigaben aufklären. Ein weiteres Beispiel ist die Erforschung einer Entwicklungsumgebung für Programmierer, die Datenschutz von vornherein berücksichtigt. Am CISPA beteiligt sind sowohl die Universität des Saarlandes, die Max-Planck-Institute für Informatik und für Softwaresysteme als auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

Die vom BMBF geförderten Kompetenzzentren für IT-Sicherheit in Saarbrücken, Darmstadt und Karlsruhe haben sich zu wichtigen Impulsgebern der IT-Sicherheitsforschung entwickelt. Aus diesem Grund erhöht das BMBF seine Förderung der Zentren auf rund 40 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre. Die Kompetenzzentren sind Teil des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung "Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015-2020".

 

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung / Universität des Saarlandes

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