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Mit dem Siemens-Mentoring in die USA

28.06.2016 -

Sebastian Eckl forscht und arbeitet für sechs Monate im Land der Unbegrenzten Möglichkeiten

Sich Weiterbilden, Erfahrungen sammeln und ein Netzwerk aufbauen sind essentiell für die Karriere und die Beweggründe vieler TeilnehmerInnen, beim Software Campus dabei zu sein. Die Zusammenarbeit mit einem Industriepartner bietet dabei einen direkten Einblick in die Kultur und die Prozesse des Unternehmens. Sebastian Eckl von der TU München möchte einen Eindruck von der industriellen Forschung gewinnen und lernt im Rahmen seines Mentorings den zentralen Forschungssitz seines Industriepartners Siemens in den USA kennen.

Der Kontakt entstand über seinen Mentor Dr. Cornel Klein und nun verbringt Sebastian ein 6-monatiges Auslandspraktikum bei Corporate Technology in Princeton, New Jersey. Seit April forscht er dort im Technologiefeld "Software and Systems Innovation" am modellbasierten Testen von Cyber-Physical Systems mit dem Fokus auf Industrieautomatisierung. Die Distanz zum eigenen (Promotions-) Thema bietet ihm außerdem die Möglichkeit, für eine gewisse Zeit ein anderes Themenfeld zu bearbeiten - und dies im attraktiven High-Tech-Standort USA.

Wie anders wird in den USA gearbeitet?

Auffälligster Unterschied zu deutschen Unternehmen nach den ersten drei Monaten ist neben dem lockeren Umgang - grundsätzlich wird geduzt und Anzüge sind eher die Ausnahme - die ausgeprägte „Maker-Mentalität“ der US-Amerikaner. Ideen werden gerne prototypisch umgesetzt, bevor in der Theorie bis zu Ende durchgeplant wird. „Gefühlt neigen wir in Deutschland eher zum Gegenteil - erst die vollständige Planung, dann die Umsetzung. Beide Vorgehensweisen haben natürlich ihre Vor- und Nachteile. Während man in Deutschland Ideen eventuell auch einmal ‚totdenkt’, kommt man in den USA schneller zu Ergebnissen. Umgekehrt übersieht man bei der schnelleren und damit oberflächlicheren Vorgehensweise so aber vielleicht auch Details, die im späteren Verlauf plötzlich ausschlaggebend sein könnten“ sagt Sebastian.

Sein IT-Forschungsprojekt im Software Campus betreut Sebastian von Princeton aus weiter und steht in regelmäßigem Kontakt mit seinen studentischen Mitarbeitern in München, unter anderem durch wöchentliche Statusberichte und Skype-Calls. Ist die Entfernung störend? Sebastian verneint: „Vieles lässt sich natürlich in einem direkten Gespräch vor Ort leichter besprechen, aus der Ferne lässt sich auch nur schwer über die Schulter schauen. Dennoch habe ich nicht das Gefühl, dass der Kontakt zu meinen Mitarbeitern unter der Distanz leidet.“ Mit seiner täglichen Arbeit entstehen Synergien, von denen sein Projekt wie auch seine Dissertation profitieren.

American Culture: Softball, Fastfood, Independence Day

Und nach Feierabend? Da steht Sport auf dem Programm. „Der stellt hier auch wirklich einen wichtigen Ausgleich zum generell sehr kalorienreichen Essen dar“, schmunzelt Sebastian. Entweder trainiert er mit anderen Interns im Siemens-eigenen Fitnessraum oder es geht zum Softball-Training. Sebastian hat sich gleich zu Beginn seines Praktikums den „Siemens Demons“ angeschlossen. Zwischen Mai und August finden dabei in einer Amateurliga wöchentliche Spiele gegen Teams anderer Unternehmen aus der Umgebung statt.

Auch sonst hat er sich schon gut eingelebt, eine Wohnung in der Nähe gefunden und sich mit den US-amerikanischen Eigenheiten arrangiert. Das Essen ist ein großes Thema: 24 Stunden geöffnete Supermärkte mit viel Auswahl an fettreichen und süßen Fertiggerichten machen es schwer, Nahrungsfallen zu erkennen. „Gegen ein deftiges Sauerteigbrot hätte ich nichts einzuwenden ;-)“.

Spannend findet Sebastian, sich als Arbeitnehmer in einem fremden Land den Weg durch die landestypische Bürokratie zu bahnen. Im Unterschied zu Deutschland ist hier oft ein „Hinterherlaufen“ nötig. „Diese Tatsache wurde von Melissa Lamson in meinem ersten Software Campus-Seminar "Intercultural Awareness" angesprochen. Sie erwähnte, dass insbesondere bei Behördengängen regelmäßiges Nachfragen nötig ist, um die Abläufe zu beschleunigen. Damals wollte ich das nicht wirklich glauben. Bis zum Erhalt meiner Sozialversicherungsnummer vergingen dann jedoch insgesamt 8 Wochen und unzählige Telefonate mit der zuständigen Behörde.“

In der Freizeit steht natürlich auch Sightseeing an, denn Princeton ist ein idealer Ausgangspunkt für Trips in die nähere Umgebung wie Philadelphia und New York, aber auch zu den Niagara-Fällen und Toronto. Die Feierlichkeiten zum Independence Day am 4. Juli wird Sebastian in Washington DC begehen, um vollends in die US-amerikanische Kultur einzutauchen.

Wir wünschen Sebastian eine weiterhin spannende Zeit bei Siemens in Princeton!

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