Alumni des Software Campus

Florian Volk

19.06.2013 -

...arbeitet am CASED und kooperierte mit der Software AG.

Wer bist du und was machst du?

Hallo, ich bin Florian, Mitglied im Software Campus von 2011 bis 2015. Mein Industriepartner war die Software AG aus Darmstadt und praktischerweise bin ich ebenfalls in Darmstadt. Dort arbeite ich am CASED, einem der größten Forschungszentren für IT-Sicherheit in Europa.

Was war der Inhalt deines IT-Projektes und wie kann es zukünftig angewendet werden?

Die Software AG wie auch die TU Darmstadt halfen mir bei der Durchführung meines Forschungsprojektes "Dekomposed", welches sich mit Vertrauen, Reputation und Bewertungen im Internet beschäftigte. Genauer gesagt befasste ich mich damit, was passiert, wenn eine Bewertung für eine Leistung abgegeben wird, die mehrere Personen oder Firmen zusammen angeboten haben. Ein Kunde sieht im Zweifel nicht, wer welchen Teil beigetragen hat und kann nur das Gesamtprodukt bewerten. Und genau an diesem Punkt setzte meine Forschung an: Wie kann solch eine Gesamtbewertung sinnvoll auf die einzelnen Beteiligten aufgeteilt werden?

Was fasziniert dich an der Informatik?

Vermutlich liegt es daran, dass ich in meiner Kindheit noch mit meinen Freunden draußen spielen musste oder daran, dass ich nie einen Gameboy, Nintendo 64 oder sonst irgendeine Spielekonsole hatte. Übrigens bis heute nicht. Kurzum: Ich hatte in meiner Kindheit nie viel Kontakt zu Technik und mein erster PC war ein aus alten Büro-PC-Resten selbstgebauter 486er, mit dem nahezu nichts anzufangen war. Weil an Computerspiele nicht zu denken war und die Kiste ja zu irgendetwas nützlich sein musste, stieß ich recht schnell auf das Programmieren - Entschuldigung: das Schreiben von Code - damals noch mit QBasic. Die Faszination, Dinge "richtig" zu formulieren und sie dann schnell und immer wieder benutzen zu können, ist heute noch präsent. Ich sehe Informatik als die Wissenschaft all dessen, was uns das Leben leichter macht. Sie soll nicht in den Vordergrund treten, sondern möglichst unauffällig Nutzen bringen.

Dass viele Leute die Informatik ähnlich sehen, erkennt man meiner Meinung nach daran, wie schnell sie sich fortentwickelt. Was heute neu ist, gilt morgen als veraltet. Das Wissen, welches wir heute an den Universitäten lehren, mag in wenigen Jahren schon überholt sein. Hier liegt das Potential einer Spezies, die weniger als 100 Jahre von der Entwicklung des Flugzeugs bis zum ersten Schritt auf dem Mond gebraucht hat. Dieses Potential birgt aber auch das Risiko, von der puren Menge an Eindrücken und Wissen übermannt zu werden. Dabei stets auf eine Balance zu achten, fasziniert mich an meiner Arbeit in der Informatik.

Welche Skills muss ein Top-Manager deiner Meinung nach heute mitbringen, um erfolgreich zu sein?

Ausgehend von meinen bisherigen Erkenntnissen und Erfahrungen wünsche ich mir von einem Top-Manager, dass er Verantwortungsbewusstsein mitbringt. Wer Verantwortung übernimmt, muss auch Verantwortung tragen. Kein Mensch ist frei von Fehlern - wenn welche passieren, muss man sie korrigieren oder die Konsequenzen tragen. Zudem tragen Top-Manager Verantwortung für ihre Mitarbeiter und erst zweitrangig für ihre Produkte. Ein Produkt oder eine Dienstleistung mag kurzfristig Erfolg bringen, aber langfristig erfolgreich ist man nur, wenn man stets Produkte für die aktuellen Anforderungen anbieten kann. Und Produkte werden nicht von Top-Managern erfunden oder gebaut! Top-Manager sollten darüber hinaus fachliche Kompetenz in ihrem Bereich aufweisen, sonst verliert man sehr schnell den Überblick und wird in der schnellen heutigen Welt abgehängt.

Was war die größte Herausforderung, der du dich bisher in deiner IT-Karriere stellen musstest?

Ehrlich gesagt hoffe ich, dass sie mir noch bevorsteht. Forschen und Arbeiten in der Informatik hat für mich viel mit stetiger Selbstmotivation und Überwindung zu tun. Das Überwinden von Motivationstiefs und bisherigen Ansichten ist eine Herausforderung, welche mir seit Beginn des Studiums häufig begegnet. Jede überwundene Hürde bereitet mich besser auf die nächste vor - denn die kommt mit Sicherheit.

Hast du ein Idol - falls ja, wer ist es?

Die Antworten auf diese Frage lese ich stets am liebsten. Ein Idol verrät sehr viel mehr über einen Menschen und seine Ansichten als seine Antwort auf irgendeine konkrete Sachfrage. Und ausgerechnet die Antwort nach meinem Idol muss ich unbeantwortet lassen.

Idole werden von uns idealisiert: Alle als positiv wahrgenommenen Eigenschaften werden hervorgehoben, negatives wird ausgeblendet. Das ist auch völlig in Ordnung. Riskant sind Idole, weil wir ihnen nacheifern und sie kopieren. Aber keine zwei Menschen sind gleich und selbst ähnlichste Gelegenheiten stellen sich als grundverschieden heraus. Wer sein Idol kopiert, nimmt sich selbst die Freiheit, den eigenen Weg zu finden.

Idolpotential haben meiner Meinung nach Leute, die wider Erwarten Großes erreicht haben, wo andere längst aufgegeben hätten. Bernd Stelter ist nicht gerade für tiefgehende philosophische Äußerungen bekannt, aber ich möchte passend zur Funktion von Idolen mit einem Zitat schließen: "Wer zu wenig will, erreicht zu früh sein Ziel."

Wer mehr über Florian erfahren will, kann seine Webseite an der TU Darmstadt (http://www.tk.informatik.tu-darmstadt.de/de/people/florianvolk/) und auch seine private Webseite (http://www.florian-volk.net/) besuchen.

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